Mundgeruch (Halitosis)

Ursachen, Diagnose, Therapie ...

Dieser Artikel informiert Sie über das Problem des chronischen Mundgeruchs (Halitosis, bad breath, oral malodor), über mögliche Ursachen für chronischen Mundgeruch und über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Wenn Sie selbst unter Mundgeruch leiden, können Sie gerne unsere Mundgeruch-Sprechstunde besuchen.

Was ist chronischer Mundgeruch (Halitosis) ?

Unter chronischem Mundgeruch, auch bekannt als Halitosis, bad breath (engl.: schlechter Atem) oder oral malodor, versteht man einen krankhaften Zustand, der über lange Zeit besteht und bei dem unangenehme Gerüche über Atem, Mundhöhle oder Nase verströmt werden. Ein kurzfristig auftretender Mundgeruch nach Verzehr von Knoblauch, Zwiebeln oder anderen geruchsbildenden Speisen gehört also nicht zum Krankheitsbild des chronischen Mundgeruchs.

Ursachen für chronischen Mundgeruch

Für den üblen Geruch sind allermeistens flüchtige Schwefelverbindungen verantwortlich. Azeton, Ammoniak und andere übel riechenden Gase können jedoch auch mit verantwortlich sein, je nachdem wo die Ursache für den chronischen Mundgeruch liegt.

Als Hauptursache in der Mundhöhle gelten Bakterien, bei deren Stoffwechsel verschiedene flüchtige Schwefelverbindungen entstehen. Unter den vielen verschiedenen in der Mundhöhle vorkommenden Bakterien verursachen vor allem diejenigen Mundgeruch, die auch bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis vermehrt auftreten. Auch die bakteriellen Beläge auf der Zunge spielen bei der Entstehung von Mundgeruch eine wichtige Rolle.

Hier noch ein paar weitere mögliche Ursachen:

  • mangelnde Mundhygiene, Karies, ungepflegte Prothesen, überstehende Füllungs- oder Kronenränder
  • bakterielle / eitrige Entzündungen, z.B. Kieferhöhlenentzündungen, Mandelentzündungen, Abszesse
  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Fremdkörper in der Nase
  • Mundtrockenheit
  • Allgemeinerkrankungen, z.B. Diabetes, Urämie, Leberzirrhose
  • Magen- und Darmerkrankungen

Systematische Mundgeruchs-Diagnostik

Ziel der Mundgeruchsdiagnostik ist es, bei jedem Patienten die individuelle Ursache für seinen / ihren Mundgeruch festzustellen. Dafür ist neben einer umfassenden Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) auch eine spezielle Untersuchung notwendig, die etwas umfangreicher als die normale zahnärztliche Untersuchung ist.

Zur Anamnese hilft uns ein ausführlicher Fragebogen, der von den Patienten ausgefüllt und von uns ausgewertet wird.

Die eigentliche Untersuchung findet in der Praxis statt. Hier hilft uns vor allem ein spezielles Messgerät, der Halimeter. Mit dem Halimeter werden die oben erwähnten flüchtigen Schwefelverbindungen gemessen. Durch die Zuhilfenahme eines Messgerätes kann die Stärke des Mundgeruchs objektiv (also unabhängig vom persönlichen Empfinden des Behandlers) gemessen werden und später der Erfolg von Therapien überprüft werden. Zudem lässt sich mit dem Halimeter an verschiedenen Stellen (Mundhöhle, Nase, Atemluft, ...) messen und somit die Geruchsquelle leichter finden.

Zusätzlich zur objektiven (Halimetermessung) wird auch eine subjektive Einschätzung der Mundgeruchstärke vorgenommen. Danach folgt eine zahnärztliche Untersuchung, also Zahnstatus, Beurteilung von Zahnfleisch, Zunge, Schleimhäute, Tonsillen, usw ...

Sollte sich herausstellen, dass die Geruchsquelle in der Mundhöhle liegt, ist in der Regel keine weitere Diagnostik notwendig. Bei Geruchsquellen außerhalb der Mundhöhle kann zusätzlich die Untersuchung durch einen Facharzt (z.B. HNO-Arzt, Gastroenterologe, Internist) notwendig sein, um die Mundgeruchsursache festzustellen.

Therapiemöglichkeiten

Nachdem beim Patienten die eigentliche Ursache für seinen / ihren chronischen Mundgeruch festgestellt wurde, kann mit der Therapie begonnen werden, die sich natürlich nach der Ursache richtet und daher sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Deshalb an dieser Stelle nur eine kurze (aber keineswegs vollständige) Auflistung einiger Therapien, die zum Erfolg führen können.

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Instruktionen zur Verbesserung der Mundhygiene, insbesondere Zahnzwischenräume und Zunge
  • Parodontitisbehandlung
  • Behandlung von anderen chronischen oder akuten Entzündungen im Bereich Hals, Nase, Mund
  • Entfernung von Fremdkörpern aus der Nase
  • Behandlung chronischer Erkrankungen der Atemwege und Lungen
  • Diabetes Behandlung
  • psychosomatische Behandlung bei psychisch oder stressbedingtem Mundgeruch
  • Darmsanierungen (für gesunde Darmflora)

Nachuntersuchungen

Nach erfolgter Therapie ist eine Nachuntersuchung sinnvoll, um festzustellen ob die Therapie auch erfolgreich war und der Mundgeruch beseitigt werden konnte. Dabei werden auch wieder Messungen mit dem Halimeter vorgenommen, die eine vom menschlichen Geruchssinn unabhängige Beurteilung der Mundgeruchsstärke ermöglichen.

Sollte nach der Therapie immer noch Mundgeruch vorhanden sein, so liegen möglicherweise noch weitere Ursachen vor, denen dann gezielt nachgegangen wird.

Mundgeruchssprechstunde

Informationen zu unserer Mundgeruchssprechstunde und den Fragebogen finden Sie hier.